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23. 09.

Mythos Entnazifizierung – Das Archiv des Teufels

Lesung mit Martin Conrath moderiert von Horst Eckert in Düsseldorf

Eine geheime Mission Ein Wettlauf gegen die Zeit Eine Entscheidung zwischen Pflicht und Wahrheit, Gehorsam und Vergeltung

München, 1952: Central Intelligence Corps Agent Robert Bennett ist auf dem Weg zurück in die Heimat. Doch die Armee hat andere Pläne mit ihm. Er erhält den Befehl, die Vergangenheit von Sigfried Heiderer, zukünftiger Minister im Kabinett Adenauer, zu säubern. Bereits viele Male hat Robert Nazigrößen zu einer weißen Weste verholfen. Doch dieses Mal wird ihm der Auftrag nicht so leichtfallen, denn Heiderer war angeblich am Massaker in Lemberg beteiligt, bei dem Robert Bennetts Bruder ermordet wurde.
Soll Robert den Befehl verweigern, um den Tod seines Bruders zu rächen? Er begibt er sich auf die Suche nach dem „Archiv des Teufels“, in dem Heiderers Taten aufgezeichnet sein sollen. Doch der Klassenfeind mischt ebenfalls mit und zeigt großes Interesse an Heiderer. Anna Münzinger, eine Agentin der Staatssicherheit, heftet sich an Roberts Fersen …

Der Hintergrund
Ab Juli 1945 schrieben sich die Alliierten auf die Fahnen, die deutsche und österreichische Gesellschaft von allen Einflüssen des Nationalsozialismus zu befreien.
Das ist gründlich misslungen. Tausende hochrangige Nazis taten weiterhin in der deutschen und österreichischen Verwaltung, in Wirtschaft, Gesundheitswesen, Kultur und Justiz ihren Dienst, auch die Kirchen wurden von der Entnazifizierung weitgehend verschont.
Konrad Adenauer, auf das Problem angesprochen, meinte lapidar: »Man schüttet kein dreckiges Wasser aus, wenn man kein reines hat.«.
Dahinter steckte die systematische Säuberung der Vergangenheit von NS-Kriegsverbrechern, entweder, um sie in der Bundesrepublik zu verwenden, oder, vor allem wenn es um Wissenschaftler ging, sie in die USA auszufliegen. “Wir wussten, was wir taten“, sagt Harry Rositzke, der ehemalige Leiter der Geheimoperationen der CIA in Russland. „Es war unbedingt notwendig, dass wir jeden Schweinehund verwendeten, Hauptsache, er war Antikommunist.“

Die Lesung findet im Rahmen der Ausstellung Die Macht des Mythos im Düsseldorfer Stadtmuseum statt: