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16. 04.

Die Macht der Erwartung – Wie Plazebo- und Nozebo­effekte den Therapie­erfolg beein­flussen

Vortrag von Prof. Dr. Ulrike Bingel im Rahmen der Kortizes-Reihe "Vom Reiz des Übersinnlichen" in Nürnberg

Hoffnung, positives Denken und Vertrauen waren seit jeher unabdingbar mit dem Heilversuch verknüpft. Dass solche Effekte die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen erheblich verbessern können, wusste bereits der griechische Philosoph Platon vor fast 2.500 Jahren. In ihrem Vortrag wird Prof. Ulrike Bingel sich mit den Forschungsfragen beschäftigten, wie Plazebo- und Nozebo­effekte den Therapie­erfolg beeinflussen können. Die Veranstaltungsreihe wird von Kortizes in Kooperation mit der gbs und dem Bildungszentrum Nürnberg ausgerichtet.

Die Effekte von Kontext, Kommunikation und Erwartungen bei medizinischen Behandlungen waren lange nur wenig erforscht und oftmals gar belächelte Randphänomene. Heute wissen wir: Die treibende Kraft von Plazebo- und Nozeboeffekten ist die an die Behandlung geknüpfte Erwartung. Diese formt sich durch Erfahrungen, Informationen, die Medien sowie die Arzt-Patienten-Kommunikation und triggert dann höchst komplexe Vorgänge in Gehirn und Körper. Erwartungen bedingen aber nicht nur die Wirkung von Plazebobehandlungen, vielmehr kann die individuelle Erwartung jede medizinische Behandlung – zum Guten oder zum Schlechten – stark beeinflussen.

In ihrem Vortrag wird Prof. Ulrike Bingel auf die aktuellen Forschungsfragen eingehen: Welche biochemischen Mechanismen, welche Botenstoffe und Rezeptoren bewirken den Einfluss der Behandlungserwartung in Gehirn und Körper? Wie interagieren diese Signalketten mit Medikamenten und vermögen so die Wirksamkeit zu stärken oder zu schwächen?  Warum sind diese Effekte bei verschiedenen Erkrankungen und Patienten unterschiedlich? Und wie können Therapeuten Plazebo- und Nozeboeffekte nutzen, um medizinische Behandlungen zum Wohle von Patientinnen und Patienten zu verbessern?

Prof. Dr. Ulrike Bingel ist Professorin für klinische Neurowissenschaften an der Universität Duisburg-Essen und leitet das Zentrum für Universitäre Schmerzmedizin sowie das Rückenschmerzzentrum der Essener Universitätsklinik für Neurologie. Sie studierte Humanmedizin in Essen und absolvierte im Lauf ihrer Ausbildung mehrere Forschungsaufenthalte, u.a. in London, Seattle, Hamburg und Oxford. U.a. ist sie Mitglied im Beirat der Deutschen und der Internationalen Schmerzgesellschaft (IASP). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der systemischen Neurowissenschaften. Besonders intensiv beschäftigt sie sich mit der Diagnostik und Therapie von chronischem Schmerz sowie mit Placebo- und Nocebo-Effekten.

Kurs-Nr. 00933

Anmeldung über Bildungszentrum Nürnberg; Eintritt Gesamtreihe: € 33,00; Kurs-Nr. Gesamtreihe 00930. Alle 4 Vorträge der Reihe können unter der Kursnummer 00931 bis 00934 auch einzeln gebucht werden. Einzeleintritt: € 10,00, ermäßigt € 6,50 (für Studierende und Kortizes-Förderkreis sowie Spektrum-Abonnenten und ZAC-Karten-Inhaber).