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15. 03.

Humanistischer Salon: Das flexible Gehirn — Astro­zyten und ihre Rolle bei der neuro­nalen Plasti­zität

Vortrag von Prof. Dr. Ruth Beckervordersandforth in der Villa Leon in Nürnberg

Gehirnplastizität ist die Möglichkeit des Gehirns, auf neue Eindrücke und Erlebnisse aus der Umwelt zu reagieren. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Plastizität vorwiegend von Neuronen gesteuert wird, jedoch deuten neueste Daten auf eine aktive Beteiligung von Astrozyten hin. Die aktuelle Forschung liefert überzeugende Beweise dafür, dass Astrozyten an den meisten bekannten Gehirnerkrankungen beteiligt sind, darunter Neuroentwicklungs-, neuropsychiatrische, neurodegenerative sowie immunologische Erkrankungen. Ziel der Forschung ist es, die Rolle der Astrozyten in der Plastizität im erwachsenen Gehirn zu verstehen.

Ruth Beckervordersandforth ist seit April 2025 Heisenberg-Professorin am Uniklinikum Erlangen der FAU. Sie hat in Münster Biologie studiert und dabei sehr früh ihre Liebe zur Neurowissenschaft entdeckt. Promoviert hat sie in Neuroentwicklungsbiologie an der Universität Mainz, wo sie Diversität von Gliazellen im embryonalen Bauchmark der Fruchtfliege Drosophila melanogaster untersucht hat. Als Postdoc hat sie sich mit einer besonderen Form von Gehirnplastizität auseinandergesetzt: der adulten Neurogenese. Dieser Prozess beschreibt die Generierung neuer Nervenzellen aus Stammzellen im erwachsenen Gehirn und ist wichtig für Lern- und Gedächtnisprozesse. In ihrer Postdoc-Zeit am Helmholtz Zentrum München und an der FAU Erlangen hat Ruth Beckervordersandforth intrinsische Eigenschaften der Stammzellen untersucht, die es ihnen ermöglichen, sich zeitlebens zu teilen und neue Neuronen zu generieren. Mit ihrer eigenen Arbeitsgruppe beschäftigt sie sich damit, wie die direkte Umgebung Stammzelleneigenschaften beeinflusst. Hier sind vor allem eine besondere Klasse von Gliazellen im Fokus, die Astrozyten. 

Moderation: Helmut Fink, Klaviermusik: Claus Gebert