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24. 06.

Vom »Blindflug« zur Transparenz: Was folgt aus dem Förderskandal um Islamic Relief?

Prominent besetzte Veranstaltung in Berlin

»Islamic Relief Deutschland« ist eine Organisation aus dem Umfeld der extremistischen Muslimbruderschaft, trotzdem förderte das Auswärtige Amt Projekte dieser Organisation über Jahre hinweg mit rund 15 Millionen Euro Steuergeld. In seinem kürzlich veröffentlichten Prüfbericht spricht der Bundesrechnungshof von einem »Blindflug«: ignorierte Warnungen, vernichtete Akten, verschleppte Prüfungen und verschwendete Steuergelder – ein Ministerium, das Warnhinweise und die eigene Weisungslage missachtete. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Befunde wie auch Konsequenzen für die Förderpraxis erstmals öffentlich diskutiert. Achtung: Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich (eine Teilnahme ist nur mit Anmeldebestätigung möglich)!

Der Bericht war lange unter Verschluss; erst eine Klage hat ihn nach mehreren Jahren mit Schwärzungen ans Licht gebracht. Laut Verfassungsschutz bestehen »nach wie vor signifikante personelle Verflechtungen zwischen Islamic Relief Deutschland und der Muslimbruderschaft«.

Eine verantwortungsvolle Förderpraxis muss Risikominimierung, humanitäre Wirksamkeit und Rechenschaftspflicht miteinander verbinden – auch im Sinne der Sicherheit derer, die davon in der Region betroffen sind: Israel ebenso wie die Minderheiten in der Region, etwa Kurden, Jesiden und Christen. Die »Aktion Deutschland Hilft« hat die Mitgliedschaft von Islamic Relief Deutschland Anfang Juni 2026 beendet. Warum ist Islamic Relief trotz dieser Erkenntnisse noch Mitglied im »Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe« der Bundesregierung und wird vom Berliner Senat gefördert? Und wie ordnen sich die deutschen Befunde in die Debatten in der EU, in Israel und in den USA ein? Diese führen von der fortbestehenden »Certified Humanitarian Partner«-Anerkennung bei »DG ECHO« und der Förderung bei Erasmus+ über die sicherheitspolitischen Bewertungen aus Jerusalem bis zur geplanten Trennung von Islamic Relief USA von der Mutterorganisation in Großbritannien.

Programm

15:00 Uhr | Begrüßung | Seyran Ateş, Juristin und Autorin

15:10 Uhr | Vom Antrag zur Akteneinsicht – ein Lehrstück über Informationsfreiheit | Prof. Dr. Jessica Hamed, Direktorin des Instituts für Weltanschauungsrecht

15:20 Uhr | Zweifel und Bestätigung – Auswertung des Prüfberichts | Sigrid Herrmann, Islamismusexpertin

15:35 Uhr | Frank-Walter Steinmeier und die Rolle prominenter Unterstützer: Offene Fragen eines Journalisten | Sascha Adamek, Investigativjournalist und Autor

15:50 Uhr | Finanzielle Hilfen in Krisen- und Kriegsregionen: Risiken erkennen, Risiken minimieren | Dr. Hans-Jakob Schindler, Senior Director, Counter Extremism Project (CEP)

16:00 Uhr | Pause

16:15 Uhr | Podiumsrunde mit Publikumsfragen

Dr. Remko Leemhuis, Direktor des AJC Ramer Institute for German-Jewish Relations Berlin
Michael Roth (SPD), Staatsminister a. D. (Auswärtiges Amt 2013 bis 2021) und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages (2021 bis 2025)
Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland
Dr. Lorenzo Vidino, Direktor des Program on Extremism at The George Washington University
Moderation: Seyran Ateş

17:15 Uhr | Abschluss und Ausblick

Anmeldung bis 23. Juni 2026 auf ak-polis.de über das Anmeldeformular