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Till Amelung _ Fotocredit ©Joanna Nottebrock

Till Amelung _ Fotocredit ©Joanna Nottebrock

08. 09.

Wie biologisches Geschlecht kontrovers wurde

Till Randolf Amelung im hbbk

Wer behauptet, dass es nur zwei biologische Geschlechter gibt, macht sich schnell der Hassrede gegen Transgender und intersexuelle Menschen verdächtig. Die derzeitige biologische Definition, die auf dem Reproduktionssystem mit den beiden Keimzellen, Eizellen und Spermien, basiert, ist jedoch nach wie vor gültig. In der gesamten westlichen Welt gibt es eine gesellschaftliche Debatte über Geschlechterfragen. Der Vortrag skizziert, wie es zu diesen Konflikten gekommen ist.

Einige befürworten die Ablösung der bestehenden biologischen Definition durch andere Modelle, die Transgender- und intersexuelle Menschen nicht als Ausnahme, sondern als Teil der Norm betrachten. Über wissenschaftliche Definitionsfragen hinaus gibt es gesellschaftliche Entwicklungen, die eine zunehmend breitere Inklusion von Trans- und intersexuellen Menschen in verschiedenen Bereichen fördern. Dazu gehören auch Bereiche, die zuvor exklusiv einem biologischen Geschlecht vorbehalten waren. Infolgedessen kommt es vermehrt zu Konflikten, insbesondere mit biologischen Frauen, da diese nun in sensiblen Bereichen mit biologischen Männern konfrontiert sind.

Im Leistungssport hat sich gezeigt, dass die Inklusion biologisch männlicher Personen gescheitert ist, und viele Verbände führen wieder klare Beschränkungen ein. Auch außerhalb des Sports gibt es viele strittige Fragen: Wer darf in einem Frauengefängnis untergebracht werden? Soll es überhaupt Räume geben, deren Zugangskriterium das biologisch weibliche Geschlecht ist? 

Till Randolf Amelung ist freier Autor mit Schwerpunkt auf geschlechterpolitischen Themen und hauptberuflich aktuell im Veranstaltungsmanagement einer Gedenkstätte tätig. Nach seinem Studium der Geschlechterforschung und Geschichtswissenschaften an der Georg-August-Universität zu Göttingen beschäftigte er sich beruflich zunächst mit geschlechtersensibler Gesundheitsversorgung sowie Diversity und Gleichstellung. Darüber hinaus hat er zehn Jahre Erfahrungen im LGBTQ-Aktivismus hinter sich. Missstände in Wissenschaft und Aktivismus stehen im Zentrum seiner Kritik. (Text: Quer Deutschlands erster lesbisch-schuler Buchverlag)